Virtuelle Akademie > Los geht es, Südafrika
Online-Konferenz vom 3. bis 8. Mai 2010

Los geht es, Südafrika.

In einigen Wochen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Während sich die Teams schon vorbereiten auf das Sportereignis des Jahres, haben 250 Teilnehmer aus der ganzen Welt im Rahmen einer internationalen Online-Konferenz die Chance genutzt, dieses faszinierende Land besser kennen zu lernen. Die Online-Konferenz fand vom 3. bis 8. Mai 2010 statt.

In den ersten beiden Tagen hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, die politische Situation zu diskutieren. Schwerpunkte waren der ANC, sein Verständnis von Demokratie und die Rolle der Opposition im Land. Gareth van Onselen, Kommunikationsdirektor der größten Oppositionspartei Democratic Alliance, erläuterte die nicht immer ganz leichte Situation für die Opposition:
“The ANC (the ruling party) does not respond well to criticism and its first inclination is to close down debate.”

Prof. Irina Filatova von der Universität KwaZulu/Natal beantwortete die Fragen der Teilnehmer zum ANC und
seinem Verständnis von einer pluralen Demokratie. Mit Dianne Kohler Barnard, Mitglied des südafrikanischen Parlaments, diskutierten die Teilnehmer in einem Chat über die Rolle der vierten Gewalt, der Medien im Land.

In den beiden folgenden Tagen wurde der Schwerpunkt auf die gesellschaftlichen Fragen und damit auf die dringlichsten Probleme im Alltag der Menschen gelegt: Bildung, HIV/AIDS und Kriminalität. Übereinstimmend wurden die krassen Unterschiede zwischen armer Bevölkerung und reicher Bevölkerung, aber vor allem die fehlenden Perspektiven für die junge Generation als Ursachen für die hohe Kriminalität gesehen. Auch Korruption und staatliches Missmanagement sind nach Aussage unserer Experten Ursachen.

So sagte Diane Kohler Barnard, mit der wir auch zum Thema Kriminalität chatten konnten: „Well for a start we need to clean up the police - far too many are corrupt.
To do this we need a strong Independent Complaints Directorate - and we have legislation to this effect coming before our portfolio committee within two months. Then we need to improve training, and stop in its tracks the ANC policy of 'cadre deployment' - which is basically giving jobs to friends/colleagues who are not fit to do the job, but are given it anyway as a reward for political support. I fear our Criminal Justice system is dysfunctional, and it can take years for a case even to come to court. So not only does the SAPS (SA Police Service) need revision, but so do the Courts, and the Prisons.”

Bildung als Schlüssel für jeden ökonomischen, aber auch gesellschaftlichen Fortschritt war ein weiterer Schwerpunkt in der Diskussion im Forum. Mit James Lorimer und Dr Wilmot James, Parlamentsmitglied für die DA, standen zudem zwei Experten im Chat für Fragen zu Verfügung.

Marina Schuster , Afrikaexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, erläuterte in einem Chat die Afrikapolitik der Bundesregierung. Sie konnte den Teilnehmern in einem Chat aus erster Hand über ihre Eindrücke aus Südafrika berichten, da sie erst kürzlich mit dem Bundesaußenminister Guido Westerwelle und dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Dirk Niebel, vor Ort gewesen ist.

Sie strich heraus, dass Menschenrechte aus Sicht der Bundesregierung universell zu gelten haben, das Konzept der „angepassten“ Menschenrechte – angepasst an Traditionen, Religionen oder regionale Besonderheiten – führe nur zur Abschwächung:

“The declaration of Human Rights is universal. And Human Rights are also written in the Charta of the African Union itself.”

Der dritte Teil der Konferenz gehörte dem Thema Wirtschaft. Die Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise standen im Mittelpunkt der Diskussion der Teilnehmer.

Mit Simon Dagut von der Standard Bank of South Africa stand ein Experte für die regionale Finanz- und Wirtschaftspolitik als Chatpartner bereit. Er stellte heraus, dass auch Südafrika als Exportnation unter der Wirtschaftskrise zu leiden habe, während sich das Bankensystem als recht robust erwiesen habe. Das Augenmerk Südafrikas wende sich zunehmend weg von Europa und hin zu den BRIC- Staaten, also den aufstrebenden Nationen in der zweiten Reihe. Kaum wirtschaftliche Verbindungen bestünden zu den Nachbarländern – zu unterschiedlich seien die ökonomischen Voraussetzungen. Und Europa? Die Entwicklung in Europa sei zu schwach für wirtschaftliche Kooperation.

“Question: Is SA more focussed on Europe, the US oder Asia when it comes to economic cooperation?
Simon Dagut: Right now, I think Asia and Brazil. Partly because we already have well-developed relationships with EU, and partly because Asia and Brazil are growing fast, and EU isn't.”

Den Abschluss des Seminars bildete ein interaktiver Videochat mit Experten aus Deutschland und Südafrika, bei dem die Teilnehmer noch einmal alle Themen aufwerfen konnten, die sie interessierten.

Barbara Groeblinghoff vom Südafrika-Büro der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Mike Moriaty, Abgeordneter der Democratic Alliance, diskutierten aus Johannesburg simultan mit Dr. Christian van Soest, Südafrika-Experte des German Institutes for International and Regional Affairs, in Potsdam und beantworteten Fragen der Teilnehmer.

250 Teilnehmer aus 15 Ländern, 13 Foren, neun Expertenchats, vielfältiges Material und viele Videostatements halfen den Teilnehmern auf der ganzen Welt, dieses faszinierende Land besser zu verstehen und die Vorfreude auf die WM zu steigern.
Teilen MISTER WONG DEL.ICIO.US LINKAREA zurück zur Übersicht
Virtuelle Akademie
Virtuelle Akademie der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
Weitere Fragen?
Kontaktformular

X

Kontaktformular

Kontaktformular *
*
*

X

Passwort vergessen?

Dann tragen Sie hier Ihre E-Mail-Adresse ein. Sie erhalten ein neues Passwort per E-Mail.

Schaufenster Virtuelle Akademie
 
Impressum | PDA-Version | Seite drucken | Seitenanfang